Bergfexin

Cima Tosa

mountaineering

WS II B/C

3136 m

20 km

1250 Hm

2350 Hm

2 Tage

Vallesinella

Rifugio Alimonta

Nach dem Abschmelzen des Gipfelgletschers ist die Cima Tosa heute der zweithöchste Gipfel der Brentagruppe, nach der 3151 Meter hohen Cima Brenta. Ihr breites, ebenes Gipfelplateau bildet einen markanten Gegensatz zu den spitzen, zerklüfteten Türmen, die das Bild der Dolomiti di Brenta prägen, und lässt sie als dominanten Berg der Gruppe erscheinen. Kein Wunder also, dass sie trotzdem noch als „La Regina della Brenta“ – die Königin der Brenta – bezeichnet wird. Der Name „Tosa“ stammt vermutlich aus dem Ladinischen und bedeutet „Frau“ oder „Mädchen“. Trotz des Statusverlusts als Gruppenhöchste wird die Cima Tosa deutlich häufiger bestiegen als die Cima Brenta. Das liegt vor allem am einfacheren und kürzeren Aufstieg (II+) sowie der Nähe zum Rifugio Tosa Pedrotti, das sich hervorragend als Stützpunkt eignet. Die Schwierigkeiten der „Via Normale dei Camini“ beschränken sich auf eine rund 50 Meter hohe Wand, die mit Bohrhaken und Abseilstellen gut eingerichtet ist. Üblicherweise dient das Rifugio Tosa Pedrotti als Ausgangspunkt für die Besteigung der Cima Tosa. Wer die Cima Tosa mit einer Besteigung der Cima Brenta oder der legendären Via Ferrata Bocchette Centrale (B) verbinden möchte, übernachtet am besten im Rifugio Alimonta. Der Steig eröffnet die beeindruckendsten Ausblicke in der Brenta, etwa auf den bei Kletterern beliebten Campanile Basso und die umliegenden, bekannten Türme der Gruppe. Die zusätzlichen Höhenmeter sind aufgrund der Kürze der Tour auf die Cima Tosa gut zu verkraften. Im Vergleich zum benachbarten Sentiero Bocchette Alte ist der Bocchette Centrale etwas einfacher und erfordert weniger Kraft. Es gibt weniger steile Leitern, dafür mehr ausgesetzte schmale Bänder und auch einige ungesicherte Passagen.

Via delle Bocchette Centrale (B, 400 Hm ↑, 450 Hm ↓, 3 km, ca. 3 h) 
Vom Rifugio Alimonta steigen wir neben dem Restgletscher zur Bocca degli Armi auf. Der Steig beginnt ohne Warmup mit einer Leiternserie. Ein kurzer, ausgesetzter Grat leitet auf ein schmales ausgesetztes Band in der Ostflanke des Torre di Brenta. Nach einer Schlucht, in der man in die Ostwand des Campanile Alto wechselt, wird das Band breiter und der Blick öffnet sich auf den fotogenen Campanile Basso, ein beliebtes Kletterziel. Vor dem Campanile Basso klettert man ein Stück ungesichert ab und wechselt in der Bocchetta di Campanile Basso auf die Westseite der Cima Brenta Alta. Zunächst steigt man zu einer Eisenstange auf, danach folgt ein teils ungesicherter Abstieg. Nach einer Leiter gelangt man auf ein nur wenige Zentimeter breites Band unter einem Felsüberhang – teilweise ist es so schmal, dass zusätzliche Eisenbügel angebracht sind. Zum Schluss kann man sich einige Höhenmeter sparen, indem man statt über die Leiter der neuen Serie von Trittbügeln (Variante Nicolini, Armkraft nötig, B/C) folgt.

Bocca di Brenta – Cima Tosa (II+, 700 Hm ↑, 100 Hm ↓, 3,5 km, ca. 3 h) 
Vom Ende des Klettersteigs ist die Bocca di Brenta schnell erreicht. Ein kurzer Abstieg bringt uns zum Rifugio Tosa Pedrotti. Von dort geht es auf einem guten Wanderweg (T2) in den Geröllkessel unterhalb der Cima Tosa. Überraschend kommt die erste Herausforderung schon vor dem Abzweig zur Cima Tosa: Ein Kamin mit Klemmblock, fast überhängend. Leichter ist es, diese Stelle über die linke Seite zu erklettern Achtung – bei Gegenverkehr besteht in diesem Kamin erhebliche Steinschlaggefahr! Der Abzweig zur Cima Tosa ist mit einem roten Stern markiert. Über einfache Stufen (I-II-) klettert man auf eine Metalltafel zu. Die leichteste Variante (II+) führt durch den linken Riss, der mit drei Bohrhaken abgesichert ist. Der Fels ist stark speckig, was die gefühlte Schwierigkeit erhöht. Am zweiten Abseilstand steigt man nach rechts, etwas exponiert, aus dem Kamin und erreicht die Abseilstelle der rechten Abseillinie. Hier kann das Seil deponiert werden; für den weiteren Aufstieg wird es nicht benötigt. Nun folgt man dem gestuften Felskessel auf seiner linken Seite (rechts lauern tiefe Spalten). Nur an einer Stelle ist nochmals eine kurze Kletterpassage (T4, I) zu überwinden. Schließlich erreicht man das weite Gipfelplateau am Ostende. Zahlreiche Steinmännchen weisen den Weg zur Gipfelmadonna.

Abstieg (1800 Hm ↓, 150 Hm ↑, 12 km, ca. 5 h)
Der Abstieg erfolgt zunächst über den bekannten Weg zurück zur Abseilstelle. Am besten nutzt man dabei die (im Aufstiegssinn) rechte Abseilpiste (2×15 m und 1×20 m). Die letzte Abseilstelle kann bei Bedarf auch abgeklettert werden. Alternativ führt eine zweite Abseilpiste durch den Kamin (2×30 m, 1×20 m). Vom Wandfuß geht es über das Rifugio Tosa Pedrotti zurück zur Bocca di Brenta, und von dort auf dem teils versicherten Steig ins Val Brenta Alta hinab. Im Talgrund quert man hangparallel zum Rifugio ai Brentei. Der Abstieg zum Rifugio Casinei zieht sich, mit immer wieder kurzen Gegenanstiegen. Vom Casinei folgt man dem bereits bekannten Weg zurück zum Parkplatz.