Cima de‘ Piazzi
Unsere Tour beginnt mit einem Aufstieg vom Rifugio Eita zum Passo di Verva. Das Schottersträßchen ermöglicht einen zügigen Start, und nach etwa 1½ Stunden ist der Pass erreicht. Vom Pass folgen wir einer Fahrspur zu einem Teich. Hier gabelt sich der Weg: Ein Pfad führt nach rechts bergauf zum Lago di Maurignino (Variante), der Standardweg verläuft geradeaus weiter Richtung Torrente Val Verva. Nun steigt man über einen Grasrücken neben dem Bach bergauf. In diesem Abschnitt sind Wegspuren spärlich, doch die Orientierung ist intuitiv. Man erreicht eine sumpfige Ebene und hält auf einen Aufschwung rechterhand zu. Nach dessen Überquerung gelangt man in ein schottriges Bachbett, in dem neben Steinmännchen auch weiße Markierungen den Weg weisen. Der Bach entspringt dem Lago Spalmo di Verva – ab dem See ist der Weg regelmäßig rot-weiß markiert.
Die Markierungen führen über eine steile Moräne in einen weiten Geröllkessel, der einst einen kleinen Gletscher beherbergte. Wichtig: Nicht den Stangen folgen, die in den linken Hang hinaufführen – dieser obere Weg wurde verschüttet. Stattdessen sollte man die Mitte des Kessels anpeilen. Dort finden sich neue Markierungsstangen und eine deutliche Spur, die an den Fuß eines Schuttcouloirs führt. Für diese Passage empfiehlt sich ein Helm, da Steinschlag nicht ausgeschlossen ist. Zudem kann im Couloir Schmelzwasser laufen – bei Vereisung wird die Stelle rasch heikel.
Oberhalb des Couloirs quert der Weg durch einen weiten Geröllhang zum Grat, über den man unschwierig den Vorgipfel erreicht. Der Übergang zum Gipfelturm erfolgt über den flachen Rest des Piazzi-Gletschers – Steigeisen sind dort in der Regel nicht nötig.
Der Gipfelturm ist mit Ketten gesichert. Wer sich sicherer fühlt, kann dafür einen Gurt mit Schlinge oder Klettersteigset mitbringen. Die Schlüsselstelle liegt nur wenige Meter unter dem Gipfelkreuz: Die Kette zieht dort über eine etwa vier Meter hohe, glatte Platte hinauf. Alternativ kann man ein paar Schritte absteigen und ungesichert über eine schmale Leiste queren – sehr ausgesetzt! Der Gipfel selbst bietet nur wenig Platz. Für eine entspannte Pause empfiehlt sich der breite, nicht ausgesetzte Ostgipfel.
Abstieg wie Aufstieg – oder alternativ über den Lago Nero, wobei ein kurzer Gegenanstieg zu bewältigen ist. Auch der türkisblaue Lago Spalmo di Verva und das Aque Sparse weiter unten lohnen einen kurzen Abstecher.










































