Bergfexin

Hochkönig via Königsjodler

mountaineering

C/D, Abstieg T4+

2941 m

14 km

1750 Hm

10 h

Parkplatz Erichhütte

Matrashaus

Der Königsjodler ist einer der anspruchsvollsten Klettersteige der Ostalpen. Nicht so sehr wegen des Schwierigkeitsgrades (C/D), sondern aufgrund seiner Länge: Mit 1700 Höhenmetern Aufstieg (inklusive Zustieg) erfordert der Königsjodler nicht nur Erfahrung im Klettersteigen, sondern auch eine gehörige Portion Ausdauer und Erfahrung in alpinem Gelände. 

Der Steig folgt dem zackigen Grat über die Teufelshörner von der Hohen Scharte zum Hohen Kopf, wobei zahlreiche Türme auf- und abgeklettert werden. Luftige Grateinschnitte wechseln mit Gehgelände, A/B-Passagen mit kurzen, knackigen C/D-Einlagen. Künstliche Tritthilfen wurden sparsam eingesetzt, überwiegend klettert man direkt am Fels. Das Sicherungsseil ist durchgehend straff gespannt und dort angebracht, wo es benötigt wird. Wem die Kräfte zur Neige gehen, der findet vor dem kraftfordernden Kematstein einen Notausstieg. Wer sich bis zum Ende durchgekämpft hat, wird auf dem Hohen Kopf angesichts des grandiosen Ausblicks wohl den einen oder anderen glückseligen Jodler ausstoßen. 

Für den Abstieg gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder weiter zum Hochkönig-Gipfel und von dort über den Hochkönig-Normalweg zum Mitterbergsattel, optional mit Übernachtung im Matrashaus. Oder Abstieg über den nicht mehr unterhaltenen, steinschlägigen Birgkarsteig. Ich wurde beim Abstieg über den Birgkarsteig fast von Steinschlag getroffen, der durch unerfahrene Personen ausgelöst wurde. Ich empfehle daher den Abstieg zum Mitterbergsattel.

Zustieg (T3, 950 Hm, 1,5 – 2,5 h) 
Vom Parkplatz der Erichhütte folgen wir dem Wirtschaftsweg zur Hütte. Von dort führt ein Bergwanderweg über eine Wiese bergauf. Wir passieren den Abzweig zur Taghaube und halten auf den zackigen Grat zu. Auch den Abzweig zum Grandlspitz-Klettersteig (C/D) lassen wir links liegen und steigen durch eine gestufte Felsrinne zur Hohen Scharte auf. Der Sattel bietet ausreichend Platz für eine Rast, bevor es zum Einstieg in den Königsjodler geht.

Königsjodler (C/D, I, 650 Hm, 4–6 h) 
Gleich der C/D-Einstieg auf den Flower Tower stellt auf die Probe: Wer diese Passage meistert, kann beruhigt sein – schwieriger oder kraftraubender wird es nicht mehr. Vom ersten Turm steigen wir wenige Meter ab (A/B) und überklettern den Mühlbacherturm (C). Nach dem Überklettern des Teufelsturms (C) folgt eine der bekanntesten Stellen des Steigs, der Kranabettersteg, eine kurze Drahtseilbrücke. Nach der Lehnertraverse geht es steil bergab (C/D), anschließend folgt ein etwas entspannterer Abschnitt. Über Geröll und kurze Felsstufen (I) erreichen wir den Klettersteig zum Almhäuslblick (max. B/C). Von dort geht es einige Meter bergab (Stelle C/D) in den Sallerriss; der frühere Flying Fox wurde demontiert. Plattig und mäßig schwierig steigen wir anschließend zum Teufelshörndl auf. Es folgt ein weiterer Abstieg (B/C), eine kurze, einfache, aber exponierte Passage am Brücknergrat (B) und schließlich die luftigste Passage des gesamten Steigs: die Dientner Schneid. Einige Trittbügel erleichtern das Überklettern dieser scharfen Kante. Auf der Bosch-Promenade gelangen wir zur Rettungsbox, von der ein kurzer, steiler Abstieg (C) auf das Geröllfeld unter dem Kematstein führt. Nach den letzten Sicherungen befindet sich hier der Notausstieg ins Birgkar. Wer weitergeht, erreicht im Gehgelände den Fuß des Kematsteins – mit mehreren aufeinanderfolgenden C/D-Passagen der kraftforderndste Abschnitt der Tour. Zwischendurch bieten größere Absätze immer wieder Gelegenheit zur Rast. Vom Kematstein folgt ein letzter steiler Abstieg (C/D), die Brandner Abfahrt. Der Gegenanstieg aus der Scharte auf den Matraschkopf beginnt mit der letzten C/D-Passage des Steigs. Über mehrere Gratzacken erreichen wir die Plattenrinne (letzte C-Stelle) und schließlich unschwierig den Hohen Kopf (2.875 m).

Hochkönig (T2, 130 Hm, ca. 30 min) 
Vom Hohen Kopf wandert man auf unschwierigem Weg (T2) entlang der Gletscherreste der Übergossenen Alm in rund einer halben Stunde auf den Hochkönig-Gipfel. Falls man den Abstieg auf den nächsten Tag verschieben möchte, kann man dort im Sommer im Matrashaus übernachten. Von Parkplatz bis Gipfel brauchte ich 6:15 h, das liegt gut unter der auf dem Wegweiser angegebenen Zeit von 7-10 Stunden.

Abstieg via Birgkarsteig (T4+, ca. 3 h) 
Der Einstieg in den Birgkarsteig befindet sich nur wenige Meter unterhalb des Hohen Kopfs und stellt den schnellsten Abstieg ins Tal dar. Aufgrund hoher Steinschlaggefahr und häufiger Unfälle wird der Steig seit 2025 auf den obersten 300 Höhenmetern (bis Einmündung Notausstieg) nicht mehr unterhalten. Auf eine offizielle Sperrung wurde verzichtet, die Begehung kann weiterhin in Eigenverantwortung erfolgen. Wer sich für diesen anspruchsvollen Abstieg durch steiles Geröll entscheidet, sollte aus Rücksicht auf andere Bergsteiger sehr gut darauf achten, keinen Steinschlag auszulösen.

Tipp: Am Abzweig im Unteren Birgkar über die Hohe Scharte auf den Aufstiegsweg zurückkehren, auch wenn es einen kurzen Gegenanstieg mit sich bringt. Der Abstieg durchs untere Birgkar zur Stegmoosalm ist in einem schlechtem Zustand. Diverse Felsstürze und Gerölllawinen haben den Weg verschüttet und die Markierungen sind schwer zu finden bzw. vermutlich wird dieser Abschnitt gar nicht mehr unterhalten.